Tony Renold Quartet

Tony Renold d
Michael Gassmann tp
Michael Bucher g
Patrick Sommer b

Samstag 6. Oktober 2012, 15.30 h

Eintritt Fr. 20.- / Supporter 12.- / Legi Fr. 12.-
Spaghetti Factory, Metzgergasse 8, Aarau

Platzreservierung: Email reservation@jazzliveaarau.ch  oder  Tel. 062 842 34 84
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Den Rhythmus der Natur nachempfinden ist eine der schönsten Begabungen Tony Renolds. Er muntert seine Mitmusiker auf, sich an ihre Naturerlebnisse zu erinnern. So entsteht aus individuellen Erzählungen ein Interplay, das sich zum magischen Bild verdichtet.

Tom Gsteiger schrieb unlängst in der AZ:

„Er sieht nicht aus wie ein Kraftprotz, und er trommelt auch nicht wie einer: Für Tony Renold ist das Schlagzeug keine dampfende und stampfende Groove-Maschine. Renold sagt: „Das leise Spiel und die Suche nach speziellen Sounds liegen mir näher.“ Und darum favorisiert er Bands, die subtil-interaktives und spontanes Musizieren ermöglichen. „Es geht darum, gemeinsam im Moment etwas zu kreieren, eine Art Gespräch zu führen.“

Magische Metamorphosen:

Aber wie ist ein Feingeist wie Renold, der sich als passionierter Leser zu erkennen gibt und den stillen Aargauer Klaus Merz zu seinen Lieblingsautoren zählt, überhaupt zum Schlagzeug gekommen? „Eigentlich wollte ich meinem Bruder nacheifern, der Trompete spielte. Doch im Schrank der Dorfmusik hatte es halt nur noch eine Trommel“, antwortet der in Lupfig aufgewachsene Renold (Jahrgang 1958), der als Teenager zum Dixieland- und Swing-Fan wurde und mit 19 von einer Aufnahme Miles Davis’ derart hingerissen wurde, dass er den Gang an die Swiss Jazz School in Bern antrat. Später folgten zwei Jahre in Boston. Als prägende pädagogische Erfahrungen nennt Renold, der seit drei Jahrzehnten selbst unterrichtet, den Unterricht bei Pierre Favre, Alan Dawson und Bob Moses. Und dann gab es da noch ein Konzert von Jack DeJohnette in Willisau im Jahre 1979, das bei ihm zu einer regelrechten DeJohnette-Sucht geführt habe, erinnert sich Renold.

Für sein eigenes Quartett hat Renold Musiker gefunden, die sein Faible für sehnsuchtsvolle Melodien und vollmundige Harmonien teilen und gleichzeitig in der Lage sind, im Moment sehr viel Spielwitz zu entwickeln. Der Trompeter Michael Gassmann punktet sowohl als mediterraner Melancholiker à la Enrico Rava als auch als atmosphärischer Elektroniker à la Palle Mikkelborg. Der Gitarrist Michael Bucher kombiniert die locker-flockige Leichtigkeit eines Pat Metheny mit einem grossen Strauss an suggestiven Sounds. Und der Bassist Patrick Sommer ist der sichere Anker dieser äusserst agilen Interplay-Formation.

Seelandschaften:

Im Booklet zur zweiten CD von Renolds Quartett („Places“, Unit Records) ist eine Aeusserung des Transzendentalisten Henry David Thoreau abgedruckt, in der die Schönheit von Seenlandschaften geschildert wird. Und so wie sich die Natur verändert, verändern sich auch die Stücke, die Renold, Bucher und Sommer für das Quartett geschrieben haben: organisch, allmählich und irgendwie magisch.“


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