Daniel Schläppi 4th dimension

Samstag 4. April  2005, 16.00 h
Rest. Affenkasten, Saal 1. Stock, Vordere Vorstadt 15, Aarau

Platzreservierung: Tel.: 062 842 34 84

 


Colin Vallon  p

Jürg Bucher  ts

Daniel Schläppi  b

 

 

Contemporary chamber music. Die drei Ausnahmekönner bestechen mit einer ausgewogenen Balance von Wohlklang und Wagnis. Das Repertoire besteht aus selten gespielten aber eingängigen Klassikern, stilmässig zwischen Ornette Coleman und Bill Evans.

 

 

 

«contemporary chamber music»

 

In mehr als einem Jahrzehnt Mitarbeit an diversen spannenden Jazzprojekten hat sich Daniel Schläppi (b, comp) vom verlässlichen Sideman und kreativen Einzelinterpreten zum eigenständigen Bandleader entwickelt, der es hervorragend versteht, genau jene Leute um sich zu vereinen, die seine musikalischen Ideen adäquat umsetzen können.

 

Mit dem ausschliesslich Eigenkompositionen spielenden Quartett «voices» – mit von der Partie einige der vielversprechendsten Newcomer der CH-Jazzszene – legte Schläppi 2002 einen fulminanten Einstand vor. Für sein neues Projekt «dimensions» konnte er mit Jürg Bucher (ts) und Colin Vallon (p) erneut zwei musikalische Ausnahmekönner gewinnen. Der stupende Pianist Colin Vallon legt mit nur 22 Jahren nebst meisterlicher Technik bereits verblüffende künstlerische Reife und eine komplette Fülle an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten an den Tag. Jürg Bucher ist punkto Soundkultur und improvisatorischer Schlüssigkeit der herausragende Ästhet unter den Schweizer Tenorsaxofonisten.

 

Schläppi wirkt als metrisch-harmonische Klammer und verbindet mit ebenso überlegt gesetzten wie tiefgründigen Bässen seine beiden individualistischen Mitspieler zum organischen Ganzen. Wenn Bucher und Vallon zu ihren solistischen Höhenflügen abheben, sorgt Schläppi als ruhender Pol für die nötige Bodenhaftung. Auf solch solidem Fundament spannt «dimensions» mit untrügbarem Gespür für agogisch-dynamische Steigerungen und an Instinkt grenzendem Interplay improvisatorische Bögen von seltener Reichweite. Auch ohne Schlagzeug kommt die Band dabei keinen Moment ins Schlingern. Im Gegenteil lebt «dimensions» bei aller klanglichen Feinstofflichkeit von bedingungslosem «Groove». Ob ultra schnell, extrem balladesk oder in ungeraden Metren – das Trio kreiert mit unvergleichlich pulsierendem Drive einen absolut atemberaubenden Swing.

 

Dank souveränem Handwerk, konziser Kommunikation und einer im kontemporären Jazz selten anzutreffenden Sphärenhaftig- und Leichtigkeit kommt «dimensions» ohne narzisstische Technikverliebtheit und aufgesetzte Komplexität aus. Vielmehr bestechen Bucher, Schläppi und Vallon mit einer ausgewogenen Balance von Wohlklang und Wagnis. So haucht dieses Trio den alten Standards neues Leben ein und definiert auf diese Weise seinen eigenen Zugang zur Jazztradition. Dabei dringt die unverbrauchte und geschmackssichere Band mit traumwandlerischer Sicherheit zu künstlerischer Essenz vor und lotet die äussersten Kapillaren des musikalischen Fluidums aus. Wenn «dimensions» bekanntes Songmaterial in einen höheren Aggregatzustand transzendiert, klingt die Band dennoch stets stringent – als interpretierte sie kohärent komponierte Musik. Das Repertoire besteht aus wenig gespielten aber durchwegs eingängigen Klassikern und steckt ein von Ornette Coleman und Bill Evans als Exponenten unterschiedlichster Jazzstile definiertes Spannungsfeld ab.